Japan: Der Fuji spuckt Asche – zum Glück (noch) nur eine Warnung

Der Vulkan Fuji ist seit Jahrhunderten friedlich. Behörden warnen aber mit drastischen Bildern davor, dass sich das ändern könnte – betroffen wäre vor allem Tokio.

Den Berg kennen alle Japaner. Die Bilder aber sind neu und furchteinflößend: Gigantische Rauchwolken steigen aus dem Fuji auf, Asche regnet auf Tokio, Lavaströme fließen den Berg hinab. Glücklicherweise handelt es sich nur um eine Simulation – zumindest noch.

Das Video wurde von der Katastrophenschutzabteilung der Stadtverwaltung Tokio per KI erstellt und soll die Bevölkerung in der japanischen Hauptstadt warnen. Denn die apokalyptischen Szenen könnten sich tatsächlich so abspielen. „Der Moment könnte ohne jede Warnzeichen kommen“, heißt es in dem Video. Tokio liegt lediglich 130 Kilometer vom 3776 Meter hohen Fuji entfernt. Und der Fuji ist nicht nur der japanische Nationalberg, sondern auch ein Vulkan, dessen Ausbruch verheerende Folgen haben könnte.

Video Fuji

Behörden in Tokio wollen Bevölkerung sensibilisieren

Um die etwa 20 Millionen Einwohner in der Metropole darauf aufmerksam zu machen, hat die Regierung das KI-Video im Internet veröffentlicht – am nationalen Tag der Vulkankatastrophenprävention. Das Video solle den Menschen zeigen, was ein Vulkanausbruch am Fuji für ihr Leben bedeuten würde und mit welchen Maßnahmen sie sich darauf vorbereiten könnten. Dazu gehört zum Beispiel ein Vorrat an Lebensmitteln und Wasser.

Im Falle eines Vulkanausbruchs würde es laut dem Video innerhalb von ein bis zwei Stunden in Tokio Asche regnen. Der Zug- und Flugverkehr würde zum Erliegen kommen, Autofahren zum Sicherheitsrisiko werden. Auch die Stromversorgung sowie Telefon- und Internetverbindungen wären gestört. In den Geschäften könnten die Lebensmittel knapp werden, die Vulkanasche würde zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Fuji brach zuletzt vor mehr als 300 Jahren aus

Das Szenario gilt indes als nicht sehr wahrscheinlich, einige Experten bezeichnen es sogar als „alarmistisch“. Dennoch ist Vorsicht geboten. Der Fuji ist zuletzt 1707, vor mehr als 300 Jahren, ausgebrochen. Behörden und Forschende mahnen zur Wachsamkeit, da es jederzeit zu einem neuen Ausbruch oder einem großen Erdbeben kommen könne. 

Tokio liegt am sogenannten „Ring of Fire“, einem etwa 40.000 km langen geologisch aktiven Gürtel rund um den Pazifischen Ozean. In diesem Gebiet liegen etwa 75 Prozent aller aktiven Vulkane auf der Erde, rund 90 Prozent aller weltweiten Erdbeben ereignen sich dort.

Quellen: NDTV, CNN, Japanische Behörde für Katastrophenschutz

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